Wespen sind keine grundlose Bedrohung
Sobald die Temperaturen steigen, gehören Wespen in Deutschland zum Alltag im Freien. Auf dem Balkon, bei der Gartenparty oder beim Frühstück draußen können sie zur echten Geduldsprobe werden. Dennoch lohnt es sich, die Tiere zu verstehen, bevor man voreilig zu drastischen Maßnahmen greift. Denn Wespen sind wichtige Insekten im Ökosystem und als solche in Deutschland durch das Naturschutzgesetz geschützt.
Was Wespen auf den Balkon lockt
Wespen suchen auf Balkonen vor allem nach zwei Dingen: Nahrung und geeignete Nistplätze. Süße Getränke, reifes Obst, Gegrilltes und Fleisch zählen zu den bevorzugten Nahrungsquellen. Gleichzeitig suchen Königinnen im Frühling nach geschützten Hohlräumen, um Nester zu bauen. Lücken im Mauerwerk, Rollladenkästen oder Balkonverkleidungen sind dabei besonders beliebt.
Verhalten, das Konflikte verhindert
Im Umgang mit Wespen ist ruhiges, bedächtiges Verhalten entscheidend. Hektische Bewegungen oder das Wedeln mit den Armen werden von Wespen als Bedrohung interpretiert und können sie zu Stichen verleiten. Stattdessen gilt:
- Ruhig bleiben und keine hektischen Bewegungen machen
- Süße Getränke im Freien abdecken oder zügig konsumieren
- Speisereste und offene Nahrungsmittel sofort entsorgen oder abdecken
- Stark riechende Parfums und Haarsprays beim Aufenthalt im Freien vermeiden
- Keine auffälligen Blumenmuster auf Kleidung tragen
Nistplätze frühzeitig sichern
Im Frühjahr, wenn Wespenköniginnen auf Nestsuche sind, ist der beste Moment, um potenzielle Einfallstore zu verschließen. Kleine Spalten und Löcher in Mauerwerk, Holzverkleidungen oder Rollladenkästen sollten abgedichtet werden. Wer zu diesem Zeitpunkt konsequent handelt, verhindert, dass sich im Sommer ein großes Nest entwickelt.
Ein Wespennest, das sich einmal etabliert hat, sollte niemals eigenständig entfernt werden. Das ist nicht nur gefährlich, sondern in vielen Fällen auch rechtlich nicht ohne weiteres erlaubt.
Wenn ein Nest bereits da ist
Wer im Sommer ein aktives Wespennest auf dem Balkon vorfindet, sollte zunächst prüfen, ob es wirklich eine Beeinträchtigung darstellt. Nester an wenig genutzten Stellen können bis zum Ende der Saison problemlos dort verbleiben. Im Herbst werden die Völker deutlich kleiner und sterben ab, das verlassene Nest kann dann problemlos entfernt werden.
Wer das Nest aus sicherheitsrelevanten Gründen entfernen lassen muss, sollte sich an das zuständige Ordnungsamt oder einen zertifizierten Schädlingsbekämpfer wenden. Viele Gemeinden bieten zudem kostenlose Umsiedlungen durch Imker oder Naturschutzverbände an.
